Firmengeschichte Bernhard Widemann und sein Schwager Eugen Späth gründeten 1930 die Fa. Widemann & Späth oHG in Markdorf. In den ersten Jahren wurden überwiegend die Produkte aus dem eigenen Obstbaubetrieb im Hundweilerhof vertrieben. Nach kurzer Zeit entstand das erste Firmengebäude an der Bahnlinie in Markdorf direkt gegenüber des heutigen Standorts. Den ersten Kunden fand man in München. Diese Firma zählt heute noch zur Kundschaft. Die Ware vom eigenen Betrieb war sehr schnell verkauft und so begann man mit dem Zukauf bei Nachbarn. Schnell entwickelte man sich zu einem kleinen Handelsbetrieb. Die Ware wurde von den Obstbauern aus den umliegenden Gemeinden zugekauft. Das Erfassungsgebiet erstreckte sich über den gesamten Altkreis Überlingen. Ein Obstbauschwerpunkt war zu dieser Zeit das Salemer Tal. Man begann mit der Einlagerung der Ware im Keller des eigenen Gebäudes sowie in verschiedenen Kellern in der Umgebung. Felsenkeller, Brauereikeller und viele derartige Lagerplätze wurden angemietet. "Kühl und dunkel lagern" stand auf einem Kistenetikett. Die Apfelsaison dauerte vom August bis zum März. Die Verladung per Eisenbahnwaggon machte es möglich, dass beachtliche Mengen zum Versand kamen. Die Äpfel wurden in loser Schüttung vorsichtig in die Waggons verladen. Die Kunden bestellten per Brief oder Postkarte. Wohlklingende Namen in ganz Deutschland standen auf der Kundenliste. München, Breslau, Köln, Düsseldorf, Frankfurt waren die Ziele. Das noch junge Unternehmen erfuhr einen ersten Aufschwung. Durch die Kriegswirren wurde der Aufschwung abgebremst. Als Verteilerstelle des "Reichsnährstands" war man eine staatlich überwachte Einrichtung der Verteilung von Nahrungsmitteln. Nach dem Krieg bis zur Währungsreform herrschte reger Tauschhandel. Dünger, Pflanzenschutzmittel und sonstige landwirtschaftliche Bedarfsartikel bis hin zu Fahrrädern waren begehrte Tauschobjekte. 1949 stieg Eduard Widemann in die Firma ein. Im Jahr 1952 wurde der erste Lastwagen gekauft und man begann mit der regelmässigen Belieferung nach München. 1953 wurde der erste Mitarbeiter fest beschäftigt. Im Jahr 1956 startete man die erste Baustufe des jetzigen Betriebsgebäudes in der Eisenbahnstrasse. 1962 kam der nächste Bauabschnitt hinzu. Schon kurz danach wurde das erste Kühllager im Keller installiert und die erste Sortiermaschine für Äpfel in Betrieb genommen. In dieser Zeit wechselte man vom festen Kauf der Früchte im Herbst hin zur Übernahme der Äpfel im Komission und Abrechnung nach dem Verkauf. Schon früh wurden Lieferverträge mit den Landwirten in der Region abgeschlossen. Im Jahr 1958 wurde damit begonnen die ersten Äpfel in Netze zu verpacken und so war man schon schnell Lieferant der sich etablierenden Supermärkte. In den 60-er Jahren entwickelte sich der Obstbau in Europa rasant und es kam 1969 zu einem Marktzusammenbruch. Aus dieser Not heraus ergaben sich Massnahmen, die den Fortgang des Unternehmens und des gesamten Obstbaus am Bodensee entscheidend prägten. 1969 wurde das erste CA-Lager gebaut und man konnte den Verkaufszeitraum bis ins Frühjahr ausdehnen. Auf der Verkaufsseite gruppierte man sich mit 2 Kollegen am Bodensee zur VEBO-FRUCHT. Hiermit wurde ein erster Schritt der Mengen- und Interessensbündelung in Richtung Supermärkte und Filialisten getan. Auf der Erfassungsseite wurde 1970 die Erzeuger- organisation Marktgemeinschaft Bodenseeobst eG ins Leben gerufen. Dies war ein wesentlicher Schritt in die Richtung der organisierten Vermarktung am Bodensee. Als Vertragsvermarkter war man von Anfang an mit dabei. In schnellen Schritten und in vielen Baustufen entwickelten sich in der 70-er und 80-er Jahren entsprechend der Ausweitung des Obstanbaus insbesondere die Lagerkapazitäten. Parallel wurden auch die Sortier- und Verpackungskapazitäten angepasst. Die Vertriebsstrukturen wurden seit 1992 laufend angepasst. Die VEBO-FRUCHT erweiterte sich von 1992 bis 1995 um 3 weitere Vertragsvermarkter der Marktgemeinschaft Bodenseeobst eG. Im Jahr 1996 gründete die VEBO-FRUCHT mit der WLZ die "OBST VOM BODENSEE Vertriebsgesellschaft" mit Sitz in Oberteuringen. Diese Verkaufsorganisation bedient den gesamten deutschen LEH und den Export in west- und osteuropäische Länder. Durch die letzte grosse Baumassnahme, verbunden mit der Installation modernster Sortier- und Verpackungstechnik im Jahr 1998, enstand eine der modernsten und leistungsfähigsten Vermarktungseinrichtungen am Bodensee. |








